Mein Weg

Ich weiss bis heute nicht, wie meine Geschichten entstehen…
Sie sind auf einmal da… und dann muss ich sie niederschreiben…
Manchmal denke ich: Jetzt kommt mir aber nichts mehr in den Sinn!
Und wie ich es denke, zeigt sich bereits die neue Geschichte…
So habe ich aufgehört, zu zweifeln oder mir über das Wie – weiter den Kopf zu zerbrechen. Denn ich weiss ja, sie kommt immer wieder… und das macht mich froh und dankbar.
Ja, ich hatte viele Jahre Wissen angehäuft, und da fragte ich mich eines Tages: War das alles? Da fehlt doch noch was!
Ich hatte mich über all die Jahre ausführlich mit meinem Denken und Handeln beschäftigt und darüber das Spüren und Empfinden vergessen.
So machte ich mich also daran, mich mit meinem Fühlen zu beschäftigen. Ich widmete mich dem Heilen, Heilsein und auch meiner Intuition und Inspiration. Dem inneren Sehen, Hören und Fühlen.
Wie der kleine Prinz bei Saint-Exupéry sagt: Man sieht nur mit dem Herzen gut!, lernte ich, mit dem Herzen zu hören, zu sehen und zu fühlen.
All dies hatte über die Jahre verkümmert gewartet, um nun endlich entdeckt zu werden.
Durch meine Geschichten hatte ich meine Inspiration und Intuition in einem gewissen Masse ja auch gelebt. Jetzt bekam aber alles eine neue Dimension, und ich merkte – auch bei meinen Vorträgen -, dass die Worte auf einmal flossen, und ich mich immer mehr dem kreativen Moment hingeben konnte.
So ist nun die Phase erreicht, da ich mein angesammeltes Wissen mit meiner Inspiration – der schöpferischen Eingebung – zusammenbringe. Sozusagen: Kopf trifft Bauch und fühlt sich ganz. Früher sagte man dazu: Ich bin heil.
Durch dieses Sich – ganz – fühlen wurde ich immer offener und begegnete immer mehr Menschen, die auf der Suche sind.
So kommt das Buch: Babo auf dem Weg, mit 77 Wohlfühl – Geschichten, nun im richtigen Moment. Denn es sind nicht nur Geschichten von Babo, die unterwegs ist… Nein, jede einzelne Geschichte kann auch Ihre Geschichte sein…

Vanessa Mengel, Redakteurin der Wochenzeitung GOZ, hat auf wunderbare Weise meinen Lebensweg beleuchtet.

Geschichten über das Leben als Reise zu sich selbst

Gossau. Seit über 30 Jahren veröffentlicht Barbara Saladin Texte und Bücher. Mit ihrem neusten Buch «Babo auf dem Weg» sorgt die 75-jährige für eine gesunde Portion Wohlgefühl und Inspira­tion bei ihren Lesern. Doch über allem steht die Freude.

Seit über 30 Jahren veröffentlicht Barbara Saladin Texte und Bücher. Mit ihrem neusten Buch «Babo auf dem Weg» sorgt die 75-jährige für eine gesunde Portion Wohlgefühl und Inspira­tion bei ihren Lesern. Doch über allem steht die Freude.

Mit dem selbstbewussten Kurzhaarschnitt, ihrer herzlich-fröhlichen und offenen Art ist Barbara Saladin ein Beispiel für Lebensfreude und Wohlgefühl. Ihre Lebenskraft und Authentizität begeistert vom ersten Moment an. Die gebürtige Leverkusenerin ist seit über 50 Jahren in Gossau zu Hause. Die Liebe habe sie damals in das schöne Städtchen im Fürstenland verschlagen. «Mein Mann ist Schweizer. Kennengelernt haben wir uns in ­Aachen an der Universität», erzählt Saladin. Mit 22 Jahren folgte sie ihm nach Gossau. «Ich bekam zwei Kinder und habe lange Zeit nicht geschrieben.» Das Schreiben sei mit der Zeit in den Hintergrund gerückt. Nach der Geburt ihrer Kinder, habe Saladin dann erst ihren Zugang zum Schreiben wiederentdeckt. «Ich begann dann 1984 als freie Mitarbeiterin bei diversen Tageszeitungen zu ­arbeiten.» Für diese verfasste sie Porträts, Lebensgeschichten, Reportagen und Glossen. Der Startstein zur Karriere war gelegt. Als Autorin spezialisiert sie sich bis heute auf Kurzgeschichten. «Lange Geschichten und Romane sind nicht so mein Ding, weder als Leserin noch als Schreibende», sagt Saladin.

Erste Veröffentlichung

«Mit 35 Jahren bekam ich den Impuls, mein erstes Buch zu schreiben.» Dieses wurde 1986 veröffentlicht. Es beinhaltet weihnachtliche Kurzgeschichten, die schildern, wie die Menschen «Weihnachten heute» erleben. Das Buch nähert sich dem Thema besinnlich und nachdenklich. Es folgten später zwei weiterführende Bände. Hinzu kamen über die Jahre auch die Bücher «Miteinander geht′s besser», «Sie hatte alles», «Chläusler oder…», «Die Farbe des Himmels» und «Tage gibts…». Ihr Alterswerk «Babo auf dem Weg» wurde erst kürzlich veröffentlicht. Finanziell unterstützt wurde die Autorin dabei von der Stadt Gossau und der Stadt St.Gallen.

Worauf es ankommt

Mit ihren Geschichten wolle Saladin den Menschen Freude schenken, sie inspirieren und motivieren, das Positive in jedem Tag zu erkennen, auch wenn ihr Leben gerade negativ scheine. «Meine Geschichten können dafür Leichtigkeit vermitteln, aber auch zum tieferen Nachdenken anregen», sagt sie. Es komme auf die Interpretation der Leser an. «Ich gebe kein ­Rezept vor, lasse Geschichten und Schlüsse gerne offen.» Was für einige Leser unbefriedigend und überfordernd sei, sähen andere als Wohltat. «In unserer heutigen Welt sollten wir einander wieder mehr Geschichten erzählen und uns von diesen inspirieren lassen», findet Saladin. Die Menschen stünden immer weniger im ­Dialog. Saladins Geschichten geben Anstösse, diese Haltung zu verändern, mehr aufeinander zuzugehen und voneinander zu lernen. «Meine Geschichten haben immer eine zweite Ebene. Die passiert einfach.» Ob der Leser diese letztlich wahrnehmen wolle, sei seine individuelle Entscheidung. «Es gibt sicherlich Leser, die mit meinen Texten nichts anfangen können», sagt die Autorin. Dafür hat sie Verständnis: «Für jeden Topf existiert ein passender Deckel. Das muss nicht immer meiner sein.»

Vom Block zum Buch

Saladin hat eine sehr gute Verbindung zu ihrer eigenen Kreativität. «Das Schreiben passiert bei mir spontan und in jeder erdenklichen Situation. Blockaden kenne ich gar nicht», erklärt sie. Deshalb habe sie immer einen Bleistift und Notizblock dabei. Oft kämen ihr in der Natur, beim Spaziergang oder auch beim Einkaufen Ideen. «Manchmal schnappe ich Gespräche im Vorbeigehen auf. Die Wortfetzen inspirieren mich dann zu einer Geschichte», sagt sie. Zu Hause angekommen, überarbeite sie das Geschriebene, ergänze es und füge es letztlich digital im Computer zusammen. «Meine Erzählungen sind der kreative Ausdruck meiner Gedankengänge. Ich setze mich in dieser Form stetig mit dem Leben auseinander.»

Auf den Weg kommen

Ihr aktuelles Buch «Babo auf dem Weg. 77 Wohlfühlgeschichten» offenbart Saladins Gedanken zum Leben in einer anschaulichen und einfachen Form. Humorvoll und inspirierend-philosophisch nimmt sie den Leser mit auf Babos Reise ? ans Meer, aber auch zu sich selbst. «Babo ist eine Abenteurerin. Sie begegnet vielen Menschen und durchlebt unterschiedliche Situationen auf ihrem Weg», erklärt die Autorin. In jeder Geschichte lerne Babo etwas dazu und erkenne Neues. Sie durchbreche alte Muster, zeige sich unerschrocken und achtsam. «Der Leser kann viel von ihr lernen.» Das Buch müsse er dafür nicht chronologisch lesen. «Er kann auch einfach eine Seite intuitiv aufschlagen. Und da ist sie: seine persönliche Geschichte», erklärt Saladin. Die Hauptfigur und ihre Erlebnisse liessen zu, dass jeder Leser sich mit ihr identifizieren kann. «Babo kann eine Inspiration sein», sagt Saladin. Die Figur sei kein Abbild ihrer selbst. «Eher eine Wunschfigur. Babo ist stark und mutig. Das war ich nicht immer in meinem Leben.» Am wichtigsten ist Saladin, dass die Botschaft des Buches bei möglichst vielen Menschen ankommt. Deshalb veröffentlicht sie monatlich eine Babo-Wohlfühlgeschichte kostenfrei zum Nachlesen auf ihrer Homepage www.barbara-saladin.ch. Live kann die Botschaft auch bei einer der beliebten Lesungen der Autorin gehört werden. Zusätzlich gibt es ein Geschichten­telefon: An diesem können sich Leser täglich eine andere Babo-Geschichte von Band vorlesen lassen. Und die Geschichte von Babo geht bald sogar weiter: Aktuell schreibt Saladin an ­einem zweiten Teil.

Gossauer Wochenzeitung GOZ vom 3. Februar 2017