Monatsgeschichte

Einmal im Monat möchte ich mit Ihnen die neuste Babo-Geschichte teilen.

Babo und der Weg

Einmal dachte Babo darüber nach, wie oft sie schon auf ihrem Weg einen Umweg gemacht hatte.
Wie sie in Richtung Süden lief und sich auf einmal, ohne es zu merken, auf einem Weg gegen Norden fortbewegte.
Das geschah meistens, wenn sie in Gedanken war und einfach so dahinlief…
Oder, als sie einmal im Kreis lief und dann unendlich wütend war, als sie den Apfelbaum, den sie Stunden vorher verlassen hatte, wiedersah.
Und die Frau mit dem Hund zu ihr sagte:
Sie sind so nett zu mir… Und wie sind Sie zu sich? Haben Sie sich denn gar nicht gern?
Sie hatte ja so recht!
Sie überlegte.
Das kam noch aus der Zeit, als sie immer ein Ziel im Auge hatte und keinen Schritt zu viel machen wollte.
Sie kaufte ein, wenn die Leute beim Mittagessen waren… Sie hasste es, an der Kasse zu warten… Sie fuhr mit dem Auto, wenn sie sicher war, dass sie nicht im Stau stehen würde.
Dann erzählte sie ihren Freunden, dass sie halt praktisch veranlagt sei. Und die antworteten: Nein, du bist zielorientiert! Du passt prima in die heutige Zeit!
Dabei wollte sie das alles nicht… dabei…. sie fand Warten so sinnlos…
Sie musste darüber lachen…
Inzwischen hatte sie aufgehört, ein Ziel zu verfolgen.
Doch was war ihr Ziel?
Es konnte überall sein. Vielleicht war es das Meer… vielleicht war es ein Bergdorf… vielleicht…
Sie zuckte mit den Achseln.
Wer weiss…
Es macht mich einfach frei… dass ich so fröhlich in die Weite laufen kann und keine Ahnung habe, wo es mal enden wird…
Enden?
Gibt es das? Oder war das Leben ein stetes Fliessen… ein Sich – Weiterbewegen ohne Ende…
Sie spürte, dass ihr alles recht war…
Wer weiss…
Barbara Saladin