Monatsgeschichte

Einmal im Monat möchte ich mit Ihnen die neuste Babo-Geschichte teilen.

Babo einsam?

Einmal begegnete Babo in einem Wald einem Mann.
Er schichtete gerade Holzscheite in seinen Leiterwagen.
Babo blieb stehen und schaute ihm zu.
Das Gesicht des Mannes war ganz rot vor Anstrengung.
Sogleich legte er eine Pause ein, strich sich über die Stirn und blickte sie an.
Babo nickte.
So ein Feuerchen ist immer wieder schön…
Sie sagen es!
Jetzt wird es am Abend schon wieder kühl und da gibt es nichts Gemütlicheres als am Feuer sitzen.
Ja, das stimmt. Das war auch für mich immer eins vom Schönsten.
Sind Sie von hier?
Babo schüttelte den Kopf.
Nein, auf der Durchreise…
So allein und alles dabei?
Man braucht ja nicht viel, wenn man unterwegs ist…
Wo gehts denn hin?
In den Süden, wos wärmer ist…
Wir machen gegen Abend ein kleines Fest… wollen den Sommer verabschieden… mit Musik was essen und trinken…
Haben Sie Lust zu kommen?
Babo überlegte…
Also, so allein wie Sie sind… sind Sie sicher wieder mal gern unter Menschen.
Babo betrachtete ihn erstaunt.
Wie kommen Sie darauf?
Nun, wenn ich mir vorstelle, ich wäre so mutterseelenallein unterwegs… dann wird mir ganz anders…
Babo schluckte.
Das ist es ja gerade. Ich fühl mich überhaupt nicht mutterseelenallein. Im Gegenteil! Andauernd passiert was. Das ist so abwechslungsreich… so einmalig… Mir begegnen laufend Menschen, die ich nicht kenne. Ein Dorf mit seinem ganzen Charme oder hier im Wald… Wenn ich nur das weiche Moos unter meinen Füssen spüre, krieg ich grad Lust, mich sofort draufzulegen…
Oder die Tiere… Der Specht am Morgen, der „aufstehen“ klopft… Ach, Sie können sich gar nicht vorstellen, was ich schon alles erlebt habe!
Der Mann blickte ungläubig.
Ich fass es nicht… so einsam … so allein… Ich kapiers einfach nicht!
Das dürfen Sie aber, denn ich erzähl Ihnen nur die Wahrheit.
Wahrheit, Wahrheit! Das sagen sie immer!
Er winkte ab.
Wissen Sie, ich glaub nur, was ich sehe. Und das ist eine junge Frau bepackt mit einem Rucksack, die ganz allein durch den Wald stapft! Das muss doch einfach öd sein!
Babo erhob ihre Hand.
So denken Sie! Es gibt aber auch Menschen, die anders denken…
Für Sie ist allein im Wald einsam… Mit dem Rucksack bepackt mühsam und dann ist es hier auch noch öd!
Sie schüttelte den Kopf.
Eben nicht… Denn es gibt auch die, die Stille am Morgen lieben… das Zwitschern der Vögel… ein frische Brise…
Nein, nein, so einfach ist das nicht!
Babo buckelte ihren Rucksack.
Ich wünsch Ihnen ein wunderschönes, erleuchtetes Fest mit Wärme und vielen Menschen.

Barbara Saladin

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Und Sie hören die Geschichte: Babo und der Hut.

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