Einmal im Monat möchte ich mit Ihnen die neuste Babo-Geschichte teilen.
Babo im Weiss
Einmal, als es nicht mehr aufhörte zu schneien und Babo hinausguckte und die weisse Fläche betrachtete, da dachte sie:
Alles wie weiss gewaschen.
Wie ihre Mutter, wenn sie gewaschen hatte und das schneeweisse Tischtuch mit Stolz prüfte.
Alle Flecken sind weg und auch der Grauschleier!
Am Sonntag deckte sie den Tisch ganz festlich mit der blütenweiss gestärkten Decke und ermahnte uns, nur ja nicht wieder zu schmieren und zu spritzen.
Sonst ist alle Mühe umsonst!
Oder das weisse Betttuch bei Omama. Auf dem sie lag und das so besonders duftete.
So wie eben frische Wäsche riecht!, meinte Omama.
Auch das raue Leinenkissen, in das sie ihr Gesicht vergrub, hatte diesen Duft.
Ja, Frau Holle hatte wieder ganze Arbeit geleistet!
Babo musste lachen und hörte Mama rufen:
Frau Holle schüttelt wieder ihre Betten!
Da lief sie am Morgen bei Schneegestöber zur Schule.
Die Flocken tanzten um sie herum und sie versuchte, eine Federflocke zu fangen und sie als kleine Feder nach Hause zu tragen.
Doch die zerschmolz in ihrer Hand und liess einen nassen Fleck zurück.
Sie betrachtete wieder die weisse Schneedecke.
Alle Farben sind zugedeckt. Man könnte meinen, die Welt ist weiss. Ganz ohne Farbe.
Als Kinder haben wir mit dem ersten Schnee immer einen Schneemann gebaut und auch Hügel und Höhlen… wie mit dem Federbett bei Omama.
Da kroch sie hinein und fühlte sich sogleich geborgen.
Daheim hatte ich ein buntes Bett… mit farbigen Linien und Kreisen. Wenn ich krank war, fuhr mein Finger den Kringeln nach…
In der weissen Höhle bei Omama war ich beschützt. Da konnte ich mich einfach mit dem Weiss zudecken und niemand störte mich… Es war so ruhig… so wohlig…
Barbara Saladin
