Monatsgeschichte

Einmal im Monat möchte ich mit Ihnen die neuste Babo-Geschichte teilen.

Babo hört vom Schnee

Einmal, als es kalt wurde und die Luft nach Schnee roch, erinnerte sich Babo an Frieda, die jeden Morgen von ihrer Enkeltochter erzählte.
Stellt euch vor! Heute Morgen hat sie ganz aufgeregt meine Tochter geweckt und gerufen:
Mama, der Schnee ist gewachsen!
Meine Tochter rieb sich die Augen.
Was sagst du?
Gesten lag noch ganz wenig und jetzt ist er so viel gewachsen!
Sie zeigte es mit Daumen und Zeigefinger.
Der Schnee wächst doch nicht!
Doch, komm!
Sie zupfte ungeduldig an ihrer Decke.
Ja, ja, ich komm ja!
Seufzend stand sie auf und lief zum Fenster.
Ja, du hast recht! Aber der wächst nicht. Der Schnee fällt vom Himmel.
Und die Blumen… und das Gras auf der Wiese… wächst doch auch jeden Tag ein Stückchen!
Das ist doch was anderes. Schnee ist wie Regen. Der kommt von oben. Hast du noch nie Schneeflocken mit den Händen gefangen und dann zugeschaut wie sie in deinen Händen dahinschmelzen?
Ja, weil die Hände warm sind und der Schnee so kalt.
Nein, nein, der Schnee wächst… du wirst sehen, morgen ist er wieder ein Stückchen gewachsen.
Frieda tippte sich an die Stirn.
Stellt euch vor: Der Schnee wächst!
Meine Tochter weiss gar nicht, wie sie ihr das erklären soll.

Und dann erzählte Frieda am nächsten Tag weiter:
Heute hat sie zu meiner Tochter gesagt:
Mama, sieh doch: Der ist wieder ein Stückchen gewachsen!
Sie schaute zum Fenster und sah, dass es schneite.
Jetzt kannst du selber sehen, wie die Flocken vom Himmel fallen. So, wie der Regen und der macht dann die Erde nass…
Und dann können die Blumen wachsen!
Lange beobachteten sie miteinander wie die Flocken in der Luft tanzten.
Nach einiger Zeit meinte Nina:
Er ist immer noch gleich hoch! Schau doch!
Meine Tochter nickte:
Es sind heute zu wenig Flocken… die bläst es grad wieder weg…
Siehst du, das meine ich! Ich lass ihn jetzt einfach…
Und morgen, wenn ich aus dem Fenster schau, ist er wieder gewachsen…
Das braucht doch Zeit!
Meine Tochter blickte sie an… und schüttelte den Kopf…
Und so ging es einen Tag um den anderen… bis zu dem Morgen, an dem Frieda ganz aufgelöst zu uns kam.
Die spinnt! Meine Tochter spinnt!, rief sie schon von weitem.
Ihr habt ja gesehen, dass es die ganze Nacht geschneit hat, und da meint die doch tatsächlich:
Ich glaub Nina hat recht! Jeden Morgen ist es mehr und man weiss gar nicht, wo er herkommt… Der wächst tatsächlich über Nacht!
Spinnst du?, hab ich zu ihr gesagt. Das hat mir gerade noch vor Weihnachten gefehlt! Eine Familie, die totalen Unsinn redet und alles verdreht! Bei denen kommt der Schnee nicht von oben, sondern von unten. Und der Weihnachtsmann auf einem Schlitten und das Christkind auf einem weissem Wölkchen geflogen!
Sie seufzte und atmete tief durch.
Und dann meinte sie:
Ihr seht:
Wunder über Wunder…

Barbara Saladin

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Und Sie hören die Geschichte: Babo und der Hut.

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